Pflicht zur Fernablesung und monatlicher Verbrauchsinformation für die Mieter

Seit dem 25.12.2018 ist in Europa die novellierte Energieeffizienzrichtlinie (EED) in Kraft. Diese enthält unter anderem Vorgaben für Verbrauchszähler für Wärme, Kälte und Warmwasser (sog. „Submetering“) in Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten oder Mehrzweckgebäuden:

Artikel 9c:
Ab dem 25.10.2020 installierte Zähler und Heizkostenverteiler müssen fernablesbar sein.
Bis zum 01.01.2027 müssen bereits installierte, nicht fernablesbare Zähler nachgerüstet oder durch fernablesbare Zähler ersetzt werden.

Anhang VIIa:
Es wird eine Verbrauchsinformationspflicht gegenüber den Endnutzern eingeführt (in fernauslesbaren Liegenschaften):

Ab 25. Oktober 2020

zweimal jährlich

(Ausnahme: mindestens vierteljährlich auf Verlangen oder bei Wahl der elektronischen Zustellung der Abrechnung durch Endnutzer)

Ab 1. Januar 2022

mindestens monatlich

(via Internet verfügbar und so oft zu aktualisieren, wie es wie die Messgeräte und -systeme zulassen)

Die Verbrauchsinformation soll zum Zwecke der Energieeinsparung im Wohnbereich „Informationen über den eingesetzten Brennstoffmix und die damit verbundenen jährlichen Mengen an Treibhausgasemmisionen, auch für Endnutzer, die mit Fernwärme bzw. Fernkälte versorgt werden“ und weitere umfangreiche Details enthalten. Wie solche Daten bereitgestellt werden sollen muss erst geklärt werden.

Die EED muss in nationales Recht umgesetzt werden. Dazu hatten die Mitgliedsstaaten bis zum 25.10.2020 Zeit. In der Bundesrepublik wird dazu eine Novellierung der Heizkostenverordnung 2009 vorbreitet. Die gesetzliche Grundlage für diese Verordnung wurde mit dem neuen Gebäude-Energiegesetz (GEG) gelegt, dass seit dem 01.11.2020 in Kraft ist. Die o. g. Fristen sind somit im Moment noch nicht rechtsverbindlich.

EXTERN bereitet sich seit längerem auf diese Entwicklung vor. Seit geraumer Zeit installieren wir im Funkbereich nur noch Zähler und Heizkostenverteiler nach OMS-Standard, die sich später mittels so genannter Gateways auf Fernauslesung aufrüsten lassen.

In der Zwischenzeit sind nach DIN 14676 Klasse C auch Rauchwarnmelder verfügbar, die über Funk analog dem OMS-Standard fernüberprüfbar sind. Fernauslesbare Funkmesstechnik ermöglicht es nicht nur die zukünftigen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Sie sorgt vor allem für einen spürbaren Komfortzuwachs bei den Wohnungsnutzern, denn diese müssen nicht mehr vor Ort sein, damit eine Verbrauchsablesung / Rauchwarnmelderprüfung erfolgen kann.

Stand: 01.03.2021